Das Nagelkreuz von Coventry

Das Nagelkreuz von Coventry

Die Geschichte des Nagelkreuzes und der Nagelkreuzgemeinschaft geht auch Wiener Neustadt an.

Das Nagelkreuz von Coventry steht als Zeichen der Versöhnung in vielen Zentren der Welt, in Europa und in Deutschland, wo sich Menschen die Aufgabe stellen, an der Überwindung der Gegensätze mitzuwirken. Die Geschichte des Nagelkreuzes ist von beispielhafter Bedeutung. Am 14. November 1940 zerstörten deutsche Bombengeschwader die Stadt Coventry in England und mit ihr die mittelalterliche Kathedrale St. Michael. Bei den Aufräumungsarbeiten fanden sich in den Trümmern grosse eiserne Nägel, die seit dem 14. Jahrhundert die schweren Balken des Gewölbes im Kirchenschiff gehalten hatten. Aus drei solcher Nägel wurde ein Kreuz gebildet. Daraus entstand das Symbol des Nagelkreuzes von Coventry, das noch heute auf dem Ruinenaltar steht. Später ließ der damalige Dompropst Richard Howard an die Chorwand dahinter schreiben: „Father forgive“ (Vater vergib). So wurde aus den Überresten der Zerstörung ein Symbol geschaffen, das den Geist der Vergebung und des Neuanfanges ausdrücken will: Versöhnung statt Hass.

Wiener Neustadt ist die „Hauptstadt“ des Militärs in Österreich. Es gab hier im Zweiten Weltkrieg viele Rüstungsbetriebe und bis heute ist die Militärakademie unser direkter Nachbar. Zur Zeit der russischen Besatzung hat der damalige Prior des Neuklosters P. Alberich Rabensteiner OCist die Leichen aus den Straßen der fast gänzlich zerstörten Stadt geräumt. Er wurde dabei von russischen Soldaten gesehen. Nachdem er in die Kirche geflüchtet war, wurde er dort am Marienaltar gestellt und erschossen. 

Nagelkreuzlitanei 

ALLE HABEN GESÜNDIGT UND ERMANGELN DES RUHMES, DEN SIE BEI GOTT HABEN SOLLTEN. (Röm 3,23)

Den Hass, der Rasse von Rasse trennt, Volk von Volk, Klasse von Klasse.

VATER VERGIB

Das Streben der Menschen und Völker zu besitzen, was nicht ihr Eigen ist.

VATER VERGIB

Die Besitzgier, die die Arbeit der Menschen ausnutzt und die Erde verwüstet.

VATER VERGIB

Unseren Neid auf das Wohlergehen und Glück der Anderen.

VATER VERGIB

Unsere mangelnde Teilnahme an der Not der Gefangenen, Heimatlosen und Flüchtlinge.

VATER VERGIB

Die Gier, die Frauen, Männer und Kinder entwürdigt und an Leib und Seele missbraucht.

VATER VERGIB

Den Hochmut, der uns verleitet, auf uns selbst zu vertrauen und nicht auf Gott.

VATER VERGIB

SEID UNTEREINANDER FREUNDLICH, HERZLICH UND VERGEBET EINER DEM ANDEREN, WIE GOTT EUCH VERGEBEN HAT IN JESUS CHRISTUS. (Eph. 4,32)

 

Lebensregel von Coventry (Leitungskreis der NKG)

Gemeinsam leben im Zeichen der Versöhnung

Die Nagelkreuzgemeinschaft von Coventry hat ihre geistlichen Wurzeln in der biblisch begründeten Regel des Hl. Benedikt von Nursia (aus dem 6.Jh.): Beten und Arbeiten (ora et labora), Frömmigkeit und Leben werden als Einheit verstanden. Für die inzwischen weltweite Nagelkreuzgemeinschaft haben sich drei geistliche Elemente herausgebildet:

  • das Versöhnungsgebet und die Fürbitte füreinander,
  • der gemeinsame Dienst der Versöhnung in Konfliktbereichen der Welt,
  • die gemeinsame Lebensregel.

Die gemeinsame Lebensregel bietet Anregungen und Ermutigungen für ein christliches Leben:

“Wir hoffen, dass wir keine strenge Regel aufstellen, nichts Beschwerliches,“ … “Befolge mit der Hilfe Christi diese einfache Regel“… (Hl. Benedikt).

  1. Versöhnung mit der Schöpfung
  2. Gottesdienst als Fest der Versöhnten
  3. Beten im Geist der Versöhnung
  4. Gemeinschaft der Versöhnten
  5. Leben in der Versöhnung
  6. Im Dienst der Versöhnung

Gebet der Nagelkreuzgemeinschaft (von Hartmut Ebmeier)

Mein GOTT danke für Deine Liebe.

Mein GOTT auf Dich vertraue ich.

Mein GOTT zeige mir, was du willst, das ich tun soll.

GOTT - sei in meinem Kopf und in meinem Verstehen

GOTT - sei in meinen Augen und in meinem Sehen

GOTT - sei in meinem Mund und in meinem Reden

GOTT - sei in meinem Herzen und in meinem Denken

GOTT - sei an meinem Ende und bei meinem Sterben

Führe mich vom Tod zum Leben von Falschheit zur Wahrheit

Führe mich von Verzweiflung zur Hoffnung von Furcht zum Vertrauen.

Führe mich vom Hass zur Liebe vom Krieg zum Frieden.

Möge Friede unser Herz, unsere Welt und das ganze Universum erfüllen.